Wanderausstellung zu Paul Schneider



SPELLE (PM)
Seit Mitte März ist eine Wanderausstellung mit dem Titel „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen“ (Apg 5,29) in der St. Johannes Kirche in Spelle aufgebaut. Es geht um das Leben und Wirken von Paul Schneider (1897–1939). Der evangelisch-reformierte Pfarrer war einer der ersten Kirchenvertreter, der offen gegen das NS-Regime auftrat.
Aufgrund seiner standhaften Haltung wurde er mehrfach verhaftet und schließlich in das Konzentrationslager Buchenwald deportiert. Selbst unter schlimmsten Bedingungen predigte er dort aus seiner Arrestzelle weiter und wurde 1939 mit einer Giftspritze ermordet.
Die Ausstellung besteht aus 18 gestalteten Tafeln. „Diese stehen Auge-in-Auge mit dem Glaselement der Lübecker Märtyrern im hinteren Teil der Kirche“ erläutert Dominik Witte, Pastoralreferent und pastoraler Koordinator.
Ebenso wie die Lübecker Märytrer wurde Paul Schneider in der NS-Zeit wegen seines Widerstands getötet. Aus diesem Grund gab es in der Kirchengemeinde ein großes Interesse, Platz für die Ausstellung der Pfarrer-Paul-Schneider-Gesellschaft e. V. in der katholischen Kirche zur Verfügung zu stellen, die dort bis Ende April zu besuchen ist.
„Es ist eine Ausstellung, die die verschiedenen Konfessionen, evangelisch und katholisch, verbindet und ein ökumenisches Zeichen setzt“, sagt Witte. Ferner sei es ein Akzent, um die Vergangenheit nicht zu vergessen und mit Blick auf die politischen Strömungen in Deutschland und weltweit ein Zeichen für Frieden, Toleranz und Nächstenliebe zu setzen.
„Die Ausstellung fügt sich gut in das Programm zum Jahresmotto „hörbar“ der Pfarreiengemeinschaft Spelle ein, denn Paul Schneider ist in gefährlichen Zeiten hörbar geworden und hat nicht geschwiegen“, ergänzt Witte mit Blick auf die Vorbildfunktion von Paul Schneider.
Die Kirche ist tagsüber geöffnet.

